Die ehemaligen Zunftmeister


1934 – 1953
Dr. Attilio Bonomo
Inhaber eines Kunststeinhauergeschäftes, 1896 bis 1979. Dr. Attilio Bonomo hat sich zusammen mit seinen Vorsteherkollegen ganz wesentliche Verdienste um das Wachsen und Gedeihen unserer Zunft in den Gründungsjahren erworben. Sein diplomatisches Geschick erleichterte ihm zweifellos die Amtsführung in jenen Jahren. Attilio Bonomo war ein begnadeter Redner. Er verstand es, die Zünfter zu begeistern und mitzureissen.


1953 - 1960
Georg Kempf
Fabrikant in Zürich-Affoltem, 1895 bis 1961. Sein konziliantes Wesen, sein reiches Wissen und witziges Rednertalent erwarben ihm viele Freunde und Anerkennung in allen Zünfterkreisen. Auch war er erstmals für eine teilweise Kostümierung der Zünfter eingetreten, er selbst erschien aber am Sechseläuten immer im tadellos sitzenden schwarzen Frack. Politisch war er während 18 Jahren als Freisinniger im Gemeinderat von Zürich, den er im Jahre 1954/55 präsidierte. Die Zünfter ehrten ihn 1960 bei seinem Rücktritt mit der Wahl zum ersten Ehrenzunftmeister, was er allerdings nur kurze Zeit geniessen konnte, verstarb er doch schon im Jahr darauf.


1960 - 1971
Ulrich Steiger
Dipl. Ing. ETH und Inhaber einer Heizungsfirma, 1903 bis 1978. Nach seinem Eintritt in die Zunft 1939, bekleidete er von 1953 bis 1957 das Amt des Säckelmeisters und von 1957 bis 1960 dasjenige eines Statthalters. Am Hauptbott 1960 durch die Zünfter zu ihrem Zunftmeister erkoren, hatte er dieses ehrenvolle Amt bis zu seinem Rücktritt am Hauptbott 1971 inne. An diesem Hauptbott wurde er für seine grossen Verdienste zum Ehrenzunftmeister ernannt. Sein angeborener Mutterwitz half ihm über manche kitzlige Klippe hinweg. Denn als Redner machte er nie grosse Umschweife und man wusste darnach, woran man war. Als strenger Zunftmeister war er trotzdem tolerant und daher allgemein geschätzt. Er präsentierte sich als unser erster kostümierter Zunftmeister. Politisch in der FDP engagiert, sass er als deren Vertreter 12 Jahre im Zürcher Gemeinderat.


1971 - 1977
Dr. jur. Willi Schubiger
Selbständiger Steuer-, Rechts- und Wirtschaftskonsulent, 1916 bis 1994 . Seit seinem Eintritt in die Zunft im Jahre 1955 bekleidete er alle wichtigen Ämter der Zunft: 1957–1960 war er 1.Zunftschreiber, 1960–1966 Säckelmeister, 1966–1971 Statthalter. Nach seinem Rücktritt nach zwanzigjähriger Tätigkeit in der Vorsteherschaft, ehrte ihn die Zünfterschaft mit der Ernennung zum Ehrenzunftmeister. Er war ein überlegter, feinfühliger Redner, der immer mit dem nötigen Takt sein Amt als Zunftmeister führte und daher von eigenen wie auch fremden Zünftern sehr geschätzt wurde. Schlank von Gestalt, wusste er sein Kostüm mit Eleganz und Würde zu tragen, wobei er verschiedentlich zu hören bekam, er sei Zürichs schönster Zunftmeister. Als Mitglied der SVP wirkte er politisch im Stillen, zuerst als Schulpfleger und dann, von 1965 bis Ende 1981, als geschätztes Mitglied des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich.


1977 - 1986
Dr. phil. Paul Vock
Paul Vock war Gymnasiallehrer und ab 1970 Vorsteher der Berufsmittelschule Zürich. 1924 bis 1987. Als begeisterter Pfadfinder brachte er es bis zum Zürcher Kantonal-Feldmeister und Kantonal-Präsidenten der Zürcher Pfadfinder. Politisch der FDP angehörend, wurde er 1970 zum Gemeindepräsidenten von Nürensdorf gewählt. Er trat 1965 in die Zunft ein, vertrat sie von 1968 bis 1977 als Delegierter im ZZZ und war zugleich von 1971 bis 1977 Statthalter. Sein offenes Wesen, sein reiches Wissen, sein Talent als witziger, oft auch sarkastischer und sehr schlagfertiger Redner machten ihn zu einem allgemein geschätzten und angesehenen Zunftmeister. Nebst vielen neuen Impulsen initiierte er mit dem einmal jährlich stattfindenden Damennachmittag für Zünfterfrauen und -witwen einen ganz neuen Zunftanlass.


1986 – 1991
Erich Lang
Mitinhaber der Elektrofirma Elektro-Lang, geboren am 22. September 1933 Die Werte unserer Quartiere bedeuten ihm Interesse und Aufgabe zugleich. Er präsidierte den Gewerbeverein Zürich 11 und war Präsident des Komitees für den neuen Marktplatz in Oerlikon. Der Allgemeinheit diente er als Offizier im Feuerwehrpikett Glattal. Als Mitglied des Kantonsrates stand er auch in der besonderen Tradition des politischen Bewusstseins unserer Zunft. Er wurde 1964 in die Zunft aufgenommen und führte die Zunft schon ab 1968 als Bannerherr an. Sieben Jahre später wählte ihn das Hauptbott in das Amt des 1. Zunftschreibers, welches er zehn Jahre innehatte. Nach einem weiteren Jahr als Statthalter ernannte ihn die Zünfterschaft 1986 als ersten Zünfterssohn zum Zunftmeister. 1991 trat er auf eigenen Wunsch ohne besondere Ehrungen wieder in die Reihen der Zunft zurück.


1991 – 2001
Peter Klarer
Als Jurist von Beruf wirkte er als Hauptlehrer für Rechtskunde, Volks- und Betriebswirtschaft an der Berufsmaturitätsschule des Kantons Zürich. Er ist am 15. Juni 1936 geboren und in Oerlikon aufgewachsen. Das humanistische Gymnasium besuchte er im Internat der Stiftsschule des Klosters Einsiedeln. Es folgten iuristische und oekonomische Studien in St.Gallen und Zürich, die er mit dem Lizenziat beendete. Seinen musischen Neigungen folgend schloss er ein Zusatzstudium an der Musikhochschule Luzern mit dem Diplom als Kirchenmusiker ab. Seither leitet er als Dirigent zwei Kirchenchöre und ein Kammerorchester. Bereits zehn Jahre nach seinem Zunfteintritt amtete er von 1984 - 1986 als Archivar und 1986 - 1991 als Statthalter. Die Zünfterschaft wählte ihn am Hauptbott 1991 zum 7. Zunftmeister. Auf seine Initiative wurde das Aufnahmeverfahren durch ein «Anwärter-Hearing» erweitert.
Aufgrund seiner pointierten, mit lateinischen Zitaten gespickten, stimmgewaltigen Zunftansprachen war er ein bei Sechseläutensprechern und Mitmeistern ebenso beliebter wie «gefürchteter» Redner. Seine Liebe zur klassischen Musik fand während seiner Amtszeit bei mancher Veranstaltung der Zunft ihren Niederschlag.

2001 - 2006
Matthias Keller
Am 10. Juni 1945 als Sohn des Mitzünfters Max Keller in Kloten geboren, absolvierte er die Mittelschule in Schiers und beendete seine Studien an der Universität St. Gallen mit dem Lizenziat in Bankwirtschaft. Während 14 Jahren war er in verschiedenen Funktionen, zuletzt als Vizedirektor, bei der damaligen SKA in der In- und Auslandorganisation tätig. Als Chef Logistik gehörte er von 1986 bis 1996 auch der Geschäftsleitung der Nordfinanz Bank Zürich an. Danach übernahm er als selbstständiger Unternehmer u. a. die Lagerhaus Kloten AG. Hauptsächlich geniesst er nun sein Haus am Lago di Lugano, wo er sich seiner Kreativität und dem Kulinarischen widmet, gelegentlich angelt und manchmal sogar einen Fisch fängt. Zudem versucht er sich seit einigen Jahren als Alphornbläser, was er auch schon an einigen zünftigen Anlässen zum Besten geben konnte. 1978 ist er in die Zunft eingetreten und am Hauptbott 2001 zum 8. Zunftmeister gewählt worden. Er trat auf den Hauptbott 2006 nach einer bewegten und vieles verändernden Amtszeit zurück.
2006 – 2014
Willy Günther
Am 5. November 1953 als Sohn des Mitzünfters Werner Günther in Zürich geboren und aufgewachsen, war viele Jahre in Zollikon ansässig und ist seit 1999 in Zug wohnhaft. Nach Mittelschule und Ausbildung zum Eidg. dipl. Radio- und Fernsehelektroniker folgte ein Auslandjahr in den USA, das ihm Gelegenheit bot sich profunde Kenntnisse in der damals aufstrebenden Video-Produktionstechnik anzueignen und sich in Marketing und Betriebswirtschaft weiterzubilden. Nach weiteren Auslandtätigkeiten in England und Frankreich gründete er eine der ersten Video-Produktionsgesellschaften der Schweiz, sowie die Tonstudios Z AG. Kurz darauf trat er auch ins Familienunternehmen Dr.W.A.Günther ein und konnte dieses 1983 übernehmen.
Zu seinen Hobbies zählen kulinarische Genüsse, die er vielfach selber zubereitet, wie auch die Pflege des gut sortierten Weinkellers. Er pilotiert gerne Motorboote und italienische Sportwagen, ist fasziniert vom Helikopterfliegen, sammelt Schweizer Kunst und geniesst das Zusammensein mit Familie, Freunden und lieben Zeitgenossen. 1996 ist er in die Zunft eingetreten und 2004 als Stubenmeister, ein Jahr später zum Statthalter und Delegierten ZZZ und am Hauptbott 2006 ehrenvoll zum 9. Zunftmeister gewählt. Er trat am Hauptbott 2014 zurück und wurde für seine grossen Verdienste zum Ehrenzunftmeister ernannt.