Home > Chronik > Die Anfänge

Die Anfänge

Nebst den klassischen zünftigen Anlässen wie das Sechseläuten und Martinimahl bildete der Stamm bald ein wichtiges Element des Zunftlebens. Obwohl sich die meisten Zünfter auch aus dem Privat- und Geschäftsleben im Quartier kannten, traf man sich zum wöchentlichen Stamm in der prächtigen Zunftstube des alten Hotel Central in der Innenstadt.
Im prachtvollen Saal des Central fanden Martinimahl und Sechseläuten statt.
Doch in den ersten vier Jahren unseres Bestehens hatte offenbar keine andere Zunft Lust, uns am Sechseläuten abends einen Besuch abzustatten. Vielleicht, weil wir damals noch eine junge und erst noch eine Quartierzunft waren? Jedenfalls ist zum Sechseläuten 1938 etwas resigniert protokollarisch vermerkt, dass es ausser uns noch keiner anderen Zunft passiert sei, auf der Zunftstube keinen Besuch erhalten zu haben. Eine Intervention im ZZZ dürfte wohl mitverantwortlich sein, dass ab 1939 dann das so genannte «Clearing», welches die gegenseitigen Besuche abstimmt, eingeführt wurde

Die schwierigen Kriegsjahre
Die Kriegs-Sechseläuten standen damals im Zeichen von heute kaum noch vorstellbaren Einschränkungen:

1940 fiel nach dem ersten Kriegsjahr nicht nur der Umzug, sondern auch der Böögg selbst aus. Die Menüs waren einfach und die Reihen von Musikern der Harmonie Oerlikon-Seebach wie auch diejenigen Zünfterschaft waren durch den Aktivdienst stark gelichtet.

1941 ging es dem Böögg deshalb nicht an den Kragen, weil das knapp vorhandene Holz für die im August stattfindende 650-Jahrfeier der Eidgenossenschaft aufgespart werden sollte. Und mit den geltenden Verdunkelungsvorschriften, durften sich die Zünfter mit ihren Laternen nur bis zehn Uhr auf den Strassen bewegen. Und noch ein Kuriosum: Auf der Einladung zum Sechseläuten wurde fett gedruckt darauf aufmerksam gemacht, dass keinesfalls die Rationierungskarten-Marken vergessen werden dürfen: «Es sind je zwei Coupons für Mittag- und Abendessen zu opfern».

1942 fand kein Sechseläutenumzug statt; die Zünfte marschierten individuell zur Sechseläutenwiese, die damals noch Tonhalleplatz hiess.

1943 wurde die Sechseläutenwiese im Zuge der «Anbauschlacht» als Ackerfeld genutzt. Die Verbrennung des Bööggs fand auf dem Hafendamm Enge statt. Dafür hatte die Obrigkeit am «fleischlosen Montag», zur Freude der Zünfterschaft, für einmal den Fleischgenuss erlaubt.

1944 musste der Böög wiederum auf seinen Stammplatz am Bellevue verzichten. Zum Entsetzen der Zuschauer stürzte er kurz vor seiner Verbrennung vom Hafendamm in den See. Ausserdem wurde ein Jahr vor Kriegende, nach der Bombardierung von Schaffhausen und der häufigen Verletzung des Schweizer Luftraums, aus Sicherheitsgründen der Kinderumzug abgesagt.